Straßenhunde - Profit oder Leid?

Bildquelle: pixabay.com - Activedia

Der Hund, einer der beliebtesten Haustiere. Vielleicht, weil er uns ähnlich ist, auch wenn wir ihn oft zu vermenschlichen. Manches Mal dürfte es dem Hund nichts ausmachen. Wie sehr rütteln uns schreckliche Bilder von Hunden auf, die eine schlimme Vergangenheit hatten, die gerettet wurden, die übelste Verletzungen davon getragen haben. Vielleicht weil wir sie bewundern, wie sie mit ihren Schicksalsschlägen umgehen. Wie stark sie in gewissen Situationen sein können, wo wir selbst vermutlich schon längst aufgegeben hätten.

Wie ist das Leben auf der Straße? Heute möchte ich über meine eigene Ansicht schreiben. Ob ich noch dazu lerne - gewiss. Einen Teil selbst erlebt, in einer Form, wobei es natürlich immer abhängt vom Erleben. Der eine macht gute Erfahrungen, der andere schlechte. Kombiniert entstehen Diskussionen, die nicht alles decken können, nur Teile, denn das Thema an sich ist komplex.

Wo es Leid gibt, gibt es auch Profit. Dabei möchte ich vermeiden, jene Menschen, die sich regelrecht für das Leid hilfloser Lebewesen aufopfern und sie rausholen wollen, in ein dunkles Licht zu rücken.

Meine ersten Erfahrungen in Rumänien, ein Land, in der das Leid der Straßenhunde unter anderem eine große Rolle spielt, wie in anderen Ländern auch, schildern. So, wie ich es wahr genommen habe. Und das ist vermutlich nur ein klitzekleiner Einblick.

Auf meiner ersten Fahrt nach Rumänien entdeckte ich ein paar Straßenhunde. Nicht ausgehungert, manche scheu, manche zutraulich. Vermutlich sind jene, die kraftlos geworden sind, auch von "Touristen" nicht einfach zu entdecken. Von Anrainern habe ich erfahren, dass es viele Bürger dort gibt, die sich um die Straßenhunde kümmern. Futter rausstellen und einige sogar im Winter ein Quatier bieten. Das wusste ich zuvor nicht. So viel wurde in den Medien nicht geteilt oder ist mir selbst nicht unter gekommen.

Ein Problem, was die Hunde dort betrifft, sind die Straßen. Auch wenn ich bemerkt habe, dass einige Hunde gelernt haben, aufzupassen, wenn sie eine Straße überqueren, so konnte es schon sein, dass der eine oder andere Hund ohne zu schauen über die Straße läuft. 

Auch hatte ich das Gefühl, dass der Großteil der Hunde zufrieden mit der Freiheit auf der Straße war. Sie leben einfach, sind ausdauernder und aufmerksamer. Können gut mit Gefahren umgehen, wenn sie es eben gelernt haben. Mir kam es vor, als wären es einfach Tiere, so wie ein Reh oder Hasen oder Füchse, die einfach in den Wäldern, in den Dörfern mit den Menschen oder ohne den Menschen lebten. Aber auch mit den Gefahren. Wie es mit der Freiheit eben ist. Überleben - entweder man lernt es oder man lernt es nicht. 

Wäre da nicht der Mensch ... wie in vielen Bereichen. Der Mensch jagd gerne und liebt Geld. Wie wir wissen, haben einige Länder große Probleme mit den Straßenhunden. Da sie sich unkontrolliert vermehren und durch einen Versuch, die Straßenhunde zu mindern, mit Tötungsstationen für einen Straßenhund etwa 100 Euro Kopfgeld ausgesetzt werden. Wo der Verdienst nicht gerade für einen Vollzeitjob lukrativ ist, ist das fangen von Straßenhunden für einige ein Geschäft geworden. Es geht angeblich sogar so weit, dass Hunde gezüchtet werden, um sie dann in Tötungsstationen unter zu bringen. 

Nun versuchen andere Menschen mit Lösungen dem dagegen zu treten. Andere wiederum sehen auch hier wieder einen Profit. 

Es werden Kastrationen durchgeführt und aufgerufen, Hunde nicht gewollt zu vermehren. Das führt nun schon soweit, dass auch in Ländern, in denen es keine Straßenhunde gibt, bei Geburt von Welpen und Posts auf sozialen Netzwerken üblest beschimpft wird. Es ist natürlich immer abzuwägen, aus welchen Gründen Welpen geboren werden. Wobei ich daran denke, dass wir Menschen auch nicht wenige sind, sich aber niemand beschwert, wenn in reichen Ländern jemand ein Baby auf die Welt setzt, in ärmeren Ländern hingegen, wo die Kinder unter anderem auch als Altersvorsorge auf die Welt gesetzt werden, wiederum zynische Kommentare entstehen. Uff .... Probleme und Lösungen. Eine schwierige und komplexe Thematik.

Nun ist konträr dazu auch das Problem in den "hundereichen" Ländern: gefällt jemanden der Hund nicht, wird er zu anstrengend, dann wird er einfach ausgesetzt. Ziemlich auffallen tut das ja nicht. Diese Hunde, wie ich bemerkte, sind sehr menschenbezogen. Tun sich verdammt schwer auf der Straße. Was ich ihnen auch nicht verübeln kann. Ich würde mir vermutlich auch schwer tun.

Doch sind wir schon überfordert? Es macht es sehr schwierig, Tierschutzorganisationen schießen in die Höhe, das Anliegen zu helfen ist groß und wir vertrauen jedem Helfer. Generell bei Videos, die das Leid zeigen und dann die Freude, wie sich der Hund entwickelt hat. 

In gewissen Bereichen finde ich die Vermittlung von Hunden okay. Manchmal hatte ich eben den Eindruck, dass sie, sofern sie auf der Straße groß geworden sind, das Straßenleben gerne haben. Wir eher über die Gefahren nachdenken, als die Hunde selbst, die einfach mit den Situationen umgehen, so wie sie einfach kommen. Natürlich abgesehen von den Hundefängern, die sie dann in Tötungsstationen unterbringen - wie schon erwähnt, wäre da nicht der Mensch. 

Es gibt zwei Organisationen, die ich begleiten durfte und deren Arbeit ich für gut empfinde. Es ist sehr schwierig geworden, hinter einer Organisation zu stehen, denn ab und an scheint mir das "Bewerben" von Inseraten von Straßenhunden, die ein Zuhause suchen als "zwanghaft" ... energisch und wollend. Aber vom Hund oder vom Menschen? Das frage ich mich in letzter Zeit oft.

Jene Organisationen, die ich begleitet habe, werde ich nun anführen, da ich hinter ihrer Arbeit stehe:

Arme Hundeseelen Rumänien: www.armehundeseelen.com

Infinite: auf Facebook

Es wird natürlich einige Vereine mehr geben, die sich für Straßenhunde einsetzen und das mit gutem Willen. Die Arbeit dahinter ist natürlich sehr groß, die oftmals neben einer Hauptarbeit getätigt wird. 

Ein klitzekleiner Einblick von meiner persönlichen Sichtweise in das Geschehen eines vermutlich sehr großen, komplexen Themas. 

liebe Grüße

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Kastration bei Rüden
Scheißen verboten!

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