Sind wir noch Natur?

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Ich weiß nicht, ob das viele Hundebesitzer kennen: die Leinenpflicht. In Österreich von Bundesland zu Bundesland verschieden, gelten Regeln, was die Leinenpflicht betrifft. Zum Schutz und Wohl der Gesellschaft. Natürlich - und da muss ich mich wohl bei der Nase nehmen - haben wir unsere Hunde nicht immer unter Kontrolle. Wie kleine Kinder - sie sind brav und plötzlich ... können wir uns nur entschuldigen, mit den Worten: "Sowas hat er noch nie gemacht...."

Fakt ist, dass die Leinenpflicht in der Öffentlichkeit natürlich Pflicht ist. Sowie auch ab und an ein Beißkorb Pflicht ist. Ich möchte in meinem heutigen Beitrag nicht viel über Grenzen und Regeln schreiben, ich nehme an, dass die meisten Leser sehr wohl über ihre Rechte Bescheid wissen. Und wenn nicht, gibt es einige Seiten, die sehr gut darüber informieren.

Was mir die Frage aufwirft: können wir noch mit natürlichen Begebenheiten umgehen? Daraufhin möchte ich nicht spezifisch auf den Hund eingehen. Sondern auf Wildtiere generell. Ein Fuchs wird jagen. Ein Luchs wird jagen, Wölfe gibt es ja nur mehr vereinzelt und werden vielleicht und ab und an wieder angesiedelt. 

Es ist natürlich legitim, Angst vor Hunden oder Tieren zu haben, die einem nicht gerade freundlich ansehen und zubeißen, wenn es sein muss. Aber ich frage mich dann ... was würde uns jemand aus Afrika sagen, wenn jemand dort auf die Idee kommt: Löwen und Geparden an die Leine ... Wer von den Aufregern und Befürwortern von Hunden an Leine, Zwinger und am besten nur in die Ecke stellen Menschen regt sich auf, wenn dort Löwen erschossen werden, wegen ihrer Felle, wegen ihrer Mähne oder einfach bloß aus Jux und Tollerei? Wer von denjenigen hat schon solche Bilder auf Facebook geteilt, die einen Jäger mit Löwen abbilden, wo der Jäger stolz neben einem toten Löwen kniet und sich der Facebooknutzer darüber beschwert. 

Hier habe ich oft sehr unfreundliche Aussagen von Jägern und Anrainern erleben dürfen: "Wenn ich ihn einmal im Wald sehe, erschieß ich ihn." "Ich wart nur drauf, dass er mir unter die Flinte kommt." "Gleiches Recht für alle." 

Bei großen, gefährlich aussehenden Hunden kann ich mir ja gut vorstellen, dass sich ein Jäger fürchtet. Aber bei Kuschelhunden, wie so einen kleinen Pinscher Racker oder einem Fellkneuderl, der winselt, wenn er nur böse angeguckt wird ... ist das nicht gerade männlich, muss ich gestehen. Eine Flinte macht für mich nicht unbedingt eine starke Persönlichkeit aus. Eine Waffe benötigt kein Mensch, der sich nicht mit Stärke und Schwäche auseinander setzen muss. Eine Waffe benötigt ein Mensch, der sagen möchte: "Ich bin mächtig." und insgeheim braucht er gerade eine Waffe, um sich mächtig zu fühlen. 

Was ist an unserem Land natürlich? Die Bäume, auf denen der Merksatz steht: "Hier ist kein Hundeklo"? Okay, wo kämen wir hin, wenn jeder seinen Scheißhaufen liegen lässt. Es gibt so nette Sackerl, die man dann durch die ganze Stadt trägt, weil man nach einen Abfalleimer sucht. Aber was kommt als nächstes? Ein Zaun gegen Schnecken? Ein Zaun gegen Regenwürmer?

Leben wir noch in einer "echten" Natur? Was ist der Sinn, die Natur kunstvoll zu verwandeln? Wo sind die Blumen auf den Wiesen? Ich sehe nur mehr grün, ich sehe nur mehr Rechte und Pflichten. Können wir noch individuell entscheiden, können wir selbst noch Verantwortung tragen? 

 

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