Herzfehler bei der Katze, was nun?

​Im Sommer 2012 bekamen wir unsere Prinzessin, unsere Tinkerbell.

Wir haben damals lange überlegt, ob wir uns eine Rassekatze holen oder einfach einen wilden Mix, wie es früher bei mir schon der Fall war.


Viele Gespräche mit Ärzten, Freunden und Bekannten wurden geführt und am Ende haben wir uns gegen eine Rassekatze entschieden.

Die Gründe dafür waren nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Erfahrungen mit diversen Krankheiten einer Katzen durch Überzüchtung.

Und im Bekanntenkreis wurden wir auch schnell angesprochen, dass ein Wurf ansteht. Die Mutter ist ein robustes Tier, Väter streunen draußen herum, also quasi eine Landkatze.

Das klang für uns wunderbar und schon bald konnten wir unsere Kleine begutachten. Meine beste Freundin interessierte sich für die beiden Geschwister, es war ein Wurf von 3 Mädchen.


Wir entschieden uns für das frechste und wildeste Kätzchen des Wurfes und fanden sie unglaublich toll. Sie hat sich in unser Herz gekämpft, nicht zu letzt, weil sie die Schnürsenkel meines Freundes als ihre Beute ansah.

Für uns war damals klar, dass es eine Hauskatze wird. Wir wussten nicht, ob und wann wir noch einmal umziehen und eigentlich wollten wir nicht daran gebunden sein eine EG Wohnung mit Auslaufmöglichkeiten zu suchen.

So blieb Tinka ein gutes Jahr in der Wohnung. Bis sie anfing den Hund anzugreifen und ALLES als ihre Beute anzusehen.

Es war unmöglich aus dieser Katze keine Freigängerin zu machen.


Also durfte sie raus, was ihr sichtlich gut tat.

Sie wurde sehr schlank und sportlich und entpuppte sich als hervorragende Jägerin!

Dann kam 2014 eine große Veränderung auf uns zu.

Tinka nahm erschreckend stark zu. Sie war aber sonst wie immer. Anfassen oder besonders viel schmusen waren noch nie ihr Ding und wenn doch, dann höchstens mit mir. Sie brachte immer noch viele Geschenke mit nach hause, besonders gerne große Vögel und Maulwürfe.

Der nächste Termin zum Impfen stand also an und wir gingen entspannt zu unserer Ärztin.

Beim Wiegen der erste Schreck: 5 Kilo!! Viel zu viel für ein bisschen Fressen bei uns und die Beute, die sie ab und zu mal gefressen hatte.

Beim üblichen Check dann die Diagnose: ein starkes Herzgeräusch. So extrem, dass selbst unsere Ärztin schockiert war.

Sofort wurde Blut abgenommen und ein Termin zum Herzultraschall vereinbart. Vorerst hatte unsere Prinzessin Hausarrest. Sie sollte sich bis zur Untersuchung schonen. Wir bekamen ein Atemprotokoll für zu hause.

Wenn sie ruhte, sollten wir eine Minute lang ihre Atmung checken und es genau aufschreiben.

Das ganze war für mich der Horror! Da suchten wir extra eine Katze ohne Stammbaum aus und trotzdem ergab sich ein Problem, mit dem keiner gerechnet hatte. Sie war gerade 2 Jahre alt und vorher war nie etwas gewesen.


Der Tag der kardiologischen Untersuchung machte uns zu schaffen und so gingen wir mit einem mulmigen Gefühl zum Arzt. Die Atmung war meistens relativ gut, was uns zwar beruhigte, aber nicht alles gut machte.

Die Kardiologin stellte ein vergrößertes Herz fest, dazu kam eine leicht verdickte Herzklappe. Allerdings muss sie das schon von Geburt an gehabt haben und wahrscheinlich sei sie nicht die Einzige aus dem Wurf.

Sie regelt das Problem noch von alleine, da ihr Körper es ja nicht anders kennt. Vorerst keine Medikamente, nur alle 6 Monate eine Kontrolle zur Sicherheit.

Wir sollten darauf achten, dass sie sich  nicht überanstrengt und das sie nicht plötzlich anfängt zu hecheln oder weiter stark zu nimmt oder sogar stark ermüdet und nicht mehr raus möchte.


Die Kontrollen der Atmung sollten wir weiterführen und immer ein Auge auf sie haben, gerade im Sommer.


So standen wir da  mit einer Katze, die anscheinend aus dem Nichts eine Herzerkrankung entwickelt hat und waren einfach nur dankbar, dass wir sie nicht verloren haben. Wir würden alles tun, was notwendig ist, damit es ihr gut geht.


Inzwischen machen wir die Kontrollen bei der Kardiologin nur noch jährlich.

Tinkerbell hat sich konstant bei 4 Kilo eingependelt und lebt wirklich gut mit ihrem Problem.

Ihre Geschwister und die Mutter sind übrigens kerngesund. Sie wurden alle durchgecheckt und auch bei der üblichen Untersuchung beim Impfen ist noch nichts auffällig gewesen.


Und trotzdem merkt man es ihr manchmal an. Nach dem Umzug war sie erstaunlich ruhig, hat viel geschlafen und sich zurück gezogen. Wenn es besonders warm ist, dann geht es ihr auch nicht sehr gut. Sie ist müde und hechelt manchmal, wobei ihre Atmung immer gut ist.

Sie ist, zum Glück, nicht stark eingeschränkt und doch merkt man, dass es nicht wie vor ihrem 2. Lebensjahr ist.

Ich werde immer ein komisches Gefühl haben, sie immer besonders beobachten und versuchen sie zu schützen so gut ich kann.

Sie hat nicht die höchste Lebenserwartung, das sagte man uns relativ schnell nach der Diagnose der Kardiologin. Irgendwann werden auch die Medikamente unumgänglich sein. Wahrscheinlich in ein paar Jahren schon.

Und trotzdem haben wir uns vorgenommen nicht ständig daran zu denken und ihr ein wundervolles Leben zu bieten, so lange es ihr und uns gegönnt ist.


So möchte ich Jedem sagen, der sich überlegt welche Katze er sich in sein Leben holen will:

Wenn man wegen einer Überzüchtung von bestimmten Rassen verunsichert ist, kann ich das verstehen. Allerdings kann es auch eine EHK treffen, bei der man denkt, dass sie bestimmt unempfindlicher ist.

Es gibt keine Garantie für ein gesundes Tier. Folgt dem Herzen, die Tiere suchen sich sowieso ihre Besitzer selber aus ;-)

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Katze? Hund? Beides?
Birma Katze
 

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